Über 75 Jahre Rotkreuzarbeit in Schledehausen...

Kleidercontainer des Roten Kreuzes Einleitungszitat

Einleitung.

 
Geschrieben von


Frau
Marie Schumak

 

Tel.: 05402 8631
Marie Schumak

Kontaktformular  

 
Der Vorstand
Die Bereitschaft
Das JRK
Die Sozialarbeit
Das Stöberlädchen

Aktuelles
Einsatzberichte
Zivil- und Katastrophenschutz
Fuhrpark
Sanitätsdienst
Verpflegungsdienst
Sanitäter vor Ort
Verleih
Mitarbeiten
JRK Angebote
Seniorenarbeit
Mitglied werden
Zahlen, Daten Fakten
 
Platz fuer Bilder 160 x 120

Die Idee Henri Dunats fiel auch in Schledehausen auf fruchtbaren Boden. Hier rief Frau Clara Sperber - die Gattin des damaligen ev. Pfarrers - schon 1914 den "Vaterländischen Frauenverein" ins Leben. Die Aufgabe dieses Vereins waren: die Betreuung der im 1. Weltkrieg an allen Fronten kämpfenden Soldaten aus der Gemeinde Schledehausen. Es wurde Bindenmaterial angefertigt, Schals, Pulswärmer und Strümpfe gestrickt, Briefe geschrieben und Pakete gepackt. Leider sind aus dieser Zeit keine Aufzeichnungen vorhanden. Diese kurzen Angaben wurden von heute noch lebenden älteren Mitbürgern unserer Gemeinde gemacht.

Wann dieser Verein seine Tätigkeit einstellte ist nicht bekannt. Zu einer ordentlichen Gründung der "freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Schledehausen" kam es am 2. April 1933. Der in der Gemeinde praktizierende Arzt, Dr. med. Otto Quast, sah es als Notwendigkeit an, "wegen des immer stärker werdenden Verkehrs auf den Straßen" Männer und Frauen in der Ersten Hilfe auszubilden. Er wandte sich an den Tischlermeister Heinrich Westerfeld, der zu dieser Zeit die Freiwillige. Feuerwehr in Schledehausen leitete und fand hier gute Unterstützung.
Es folgte der Aufruf zu einer ersten Versammlung, die im kleinen Saal des "Hotels zur Post" stattfinden sollte. Zu dieser Gründungsversammlung kamen etwa 80 Personen, von denen spontan 61 Anmeldungen erfolgten. Als Kolonnenführer wurde Heinrich Westerfeld gewählt, sein Stellvertreter wurde Franz Kraus.
Der 1. Erste Hilfe Lehrgang wurde anberaumt und fand in der Schule in Schledehausen statt. Sehr zur Enttäuschung des Kolonnenarztes Dr. Quast meldeten sich nur 23 Teilnehmer, die anfängliche Begeisterung hatte schon nachgelassen.
Zu den Gründern gehörten weiter: Lehrer Isensee, Ernst Milges, Heinrich Ellbert, Wilhelm Westermann, Wilhelm Weber, Gustav Markus, Ernst Grützner, Wilhelm Bokämper, Wilhelm Schrewe, Fritz Rawe, August Horstmann, Heinrich Horstmann, Tiemeyer, Buck.

Die Übungsabende und Katastrophenübungen waren der damaligen Zeit angepasst. Sie sollten jeweils mit Freiübungen und Marschordnungen beginnen. Auch in der Sanitätskolonne Schledehausen wurden diese Übungen durchgeführt.
Dienstkleidung konnte erst später gekauft werden. Es ist ein Fall bekannt, wo ein Mitglied ausgetreten ist, nur weil er keine Uniform bekam. Jedes aktive Mitglied bekam eine Mütze und eine Stiefelhose. Die Mützen lieferte die Firma Friedrich Bergmann und die Stiefelhosen wurden in der Maßschneiderei Hermann Niekamp angefertigt.

1935 fand ein Wechsel in der Kolonnenführung statt. Als Nachfolger von Heinrich Westerfeld wurde Ernst Milges gewählt, der dieses Amt bis Kriegsende inne hatte.
Viele aktive Mitglieder der Sanitätskolonne wurden in den Kriegsjahren zur damaligen Wehrmacht eingezogen, einige fanden in den Kämpfen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen den Tod. Der Dienst der Daheimgebliebenen - fast nur Frauen - lief unter schwierigen Umständen weiter. Die Bombenangriffen und Tieffliegerbeschuss setzten die Helferinnen die Rotkreuzarbeit unermüdlich fort. Die Besatzungsmächte verboten nach 1945 sämtliche Organisationen, u.a. auch das Rote Kreuz.

Bis 1947 ruhte der gesamte Dienstbetrieb. Am 1. Oktober 1947 fand eine Neugründung statt. Im Protokoll heißt es u.a.: Erschienen waren 6 Männer und 14 Frauen, es wurde der "Ortsverein Schledehausen vom Roten Kreuz" gegründet. Den Vorsitz übernahm Dr. Gustav Laumann zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Frl. Anneliese Stock gewählt. Als Arzt trat Dr. med. Otto Quast dem Vorstand bei. Zu den dringlichsten Aufgaben des Ortsvereins gehörten die Schulspeisung und die Spendenverteilung an die Flüchtlinge und Notleidende.
Die Verbundenheit des Deutschen Roten Kreuzes mit den Rotkreuzgesellschaften anderer Länder wird deutlich, wenn man das Protokoll vom 8.Oktober 1948 liest, in dem es heißt:

  1. Verteidigung von 12 Liebesgabenpaketen des Norwegischen Roten Kreuzes an TBC-Kranke.
  2. Verteilung von Wäschen für Flüchtlinge vom Australischen Roten Kreuz.
  3. Spende des Englischen Roten Kreuzes für alleinstehende alte Leute.
Die Übungsabende fanden im Kurhotel Braksiek statt. Die Familie Braksiek zeigte großes Verständnis für die Arbeit des Roten Kreuzes, sie stellte für die Ausbildungen und Versammlungen ihre Räume kostenlos zur Verfügung.

Nach dem Ausscheiden von Frl. Annelise Stock im Jahre 1952 wurde Frau Zielke zur komm. Frauenleiterin gewählt.

Der Kreisverbandstag am 7. Juni 1953 war ein großes Ereignis für den Ortsverein Schledehausen. Der damalige Vorsitzende des Kreisverbands - Oberkreisdirektor Dr. Backhaus - und der Kreisbereitschaftsführer Max Einicke führten bei einem Marsch durch Schledehausen den Festzug an, an dem etwas 200 Helferinnen und Helfer aus dem gesamten Kreisgebiet teilnahmen.
1954 verstarb der allseits verehrte Zugarzt Dr. med. Otto Quast sein Sohn, Dr. med. Walter Quast trat die Nachfolge an und übte diese ehrenamtliche Tätigkeit bis ... aus.

Der erste Blutspendetermin wurde 1958 durchgeführt, 229 Spender waren ein großer Erfolg. Seit dieser Zeit finden jährlich Blutspendetermine statt.

Am 26 Februar 1960 fand eine Trennung des Ortsverein Schledehausen statt. Die Gruppe Wissingen gründete einen eigenen Ortsverein. Der Vorsitzende des Ortsverein Schledehausen blieb Dr. Gustav Laumann, 2. Vorsitzende Martha Heieler, Zugführer wurde Horst Kuhn.

Im Rahmen des überörtlichen Katastrophenschutzes wurden am 17.2.1962 sieben Helfer des Sanitätszuges Schledehausen anlässlich der Flutkatastrophe im Raum Buxtehude Stade eingesetzt.

In der Mitgliederversammlung am 2.4.1963 trat die 2. Vorsitzende, Martha Heiler, aus beruflichen Gründen zurück, ihre Nachfolgerin wurde Frau Mimi Schumak. Die erste Unfallhilfestelle im Landkreis Osnabrück wurde in Schledehausen eingerichtet. Die Familie Wamhoff stellte in ihrem Hause einen Raum zur Verfügung, der auch als Heim und Unterrichtsraum diente. In der aktiven Arbeit begann ein Aufschwung, viele junge Leute erklärten sich zur Mitarbeit bereit.

Am 13.2.1967 gab Dr. Laumann offiziell seinen Rücktritt bekannt. Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm Horst Kuhn. Dr. Laumann wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Im Jahre 1971 wurden die Diensträume im Hause Wamhoff zu eng, es konnte ein ehemaliger Lagerraum im Hause Nollmann, Wulftener Straße 3 angemietet werden. Hier fanden Ausbildungen der Helfer statt sowie Erste Hilfe Lehrgänge für die Öffentlichkeit.

Die Zahl der aktiven Helfer nahm zu, so dass auch dieser Raum nicht mehr ausreichte. Im Hause Günther Bracksiek konnte ein größerer Lagerraum angemietet werden.

Am 19. Mai 1973 ging ein lange gehegter Wunsch des Ortsverein Schledehausen in Erfüllung, es wurde ein Jugendrotkreuz gegründet. Frl. Ilse Radeke, unterstützte Frl. Waltraut Hoppe und Frl. Sabine Voß übernahm die Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 - 16 Jahren.

Aufgrund der hohen Mitgliederzahlen sah der Vorstand des Ortsvereins sich gezwungen nach neuen Räumen Ausschau zu halten. Im Hause Langenkamp wurden diese Räumlichkeiten gefunden. Dank des großzügigen Entgegenkommen des Hauswirts, Wolfgang Langenkamp, konnte der ehemals landwirtschaftlich genutzte Anbau in vielen Stunden Eigenarbeit zu einem ansprechenden Dientraum mit den dazugehörigen Nebenräumen ausgebaut worden. Drei Jahre waren notwendig, um mit möglichst wenig Geld hier ein Heim zu schaffen, in dem die Rotenkreuz Mitglieder ihre Ausbildungsveranstaltungen durchführen können und in dem sie sich wohl fühlen. Auch andern Jugendgruppen, die über keine eigenen Räumlichkeiten verfügen, steht dieses Gebäude zur Verfügung

Fortsetzung folgt...

 
   
Zur Startseite