Sanitäter vor Ort...

Einsatzberichte des Roten Kreuzes "... die barmherzigen Samariter von heute"

Nahezu täglich kommt es in der Gemeinde Bissendorf zu lebensbedrohlichen Notfällen wie z.B. Atemnot, Bewusstlosigkeit, Verkehrs- oder Betriebsunfällen.

Wenn Sie bei einem Notfall Hilfe benötigen, wählen Sie sofort die Notrufnummer 112!

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Gerit Höhle

Bereitschaftsleiter

Tel.: 05402 643277
Gerit Höhle

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Ihr Notruf läuft bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Osnabrück auf, die die entsprechenden Einsätze koordiniert. Der Rettungsdienst wird in der Gemeinde Bissendorf hauptamtlich durch den DRK-Rettungsdienst und Krankentransport im Landkreis Osnabrück e.V. durchgeführt.

In ländlichen Gebieten, wie der Gemeinde Bissendorf, vergeht bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bzw. Notarztes mehr Zeit als in der Stadt. Aufgrund der Erkenntnisse, dass die Therapiechancen deutlich verbessert werden, wenn gut ausgebildete Ersthelfer möglichst umgehend mit den Sofortmaßnahmen beginnen und diese bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortführen, haben wir im November 2004 in Zusammenarbeit mit den DRK Ortsvereinen Wissingen und Bissendorf in der Gemeinde Bissendorf das Projekt "Sanitäter vor Ort" ins Leben gerufen.

Seitdem werden bei lebensbedrohlichen Notfällen in der Gemeinde ehrenamtliche Sanitäter aus dem Roten Kreuz zeitgleich mit dem Notarzt und dem Rettungsdienst alarmiert.

Jeder dieser Sanitäter, der zum Zeitpunkt der Alarmierung in der Nähe ist, fährt mit einer Notfalltasche ausgerüstet, umgehend zum Einsatzort, um dort qualifizierte Erste Hilfe zu leisten.

Dadurch kann das therapiefreie Intervall (die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes) deutlich verkürzt werden.

Im Folgenden erklären wir Ihnen mit einer kleinen Bildergeschichte im Stil der bekannten Kinder- und Jugendserie "Die Sendung mit der Maus" wie ein Einsatz für den Patienten, den Rettungsdienst und die Sanitäter vor Ort ablaufen könnte. Die Handlung ist natürlich frei erfunden und die Fotos sind gestellt.

 
 

Die Sendung mit der Maus
Heute: Sanitäter vor Ort

Das ist Herr Müller, der wohnt jetzt mit seiner Frau in Schledehausen, weil es ihm hier so gut gefällt. Der Herr Müller sieht auch noch ganz fit aus - ist er aber nicht. Seit er heute Morgen aufgestanden ist fühlt er sich schon ganz komisch und wollte eigentlich auch schon zum Arzt gehen. Aber erst muss Herr Müller noch Kartoffeln schälen, das war ihm gerade wichtiger.
Das ist die Katrin. Die wohnt auch in Schledehausen und weil sie es mag ein sinnvolles Hobby zu haben, ist sie dort im DRK. Da sind ganz viele Leute aus Schledehausen drin und es ist immer was los - und das gefällt der Katrin. Heute morgen sitzt Katrin am Computer. Hausaufgaben machen gehört zwar nicht zu Katrins Lieblingshobby, aber was sein muss muss sein denkt sich die Katrin.
Und das hier ist der Gerit. Und wie Herr Müller und Katrin wohnt der Gerit auch in Schledehausen. Katrin kennt er ganz gut, weil genau wie sie ist der Gerit auch im DRK, und das schon viele Jahre. Und weil Samstag ist und Gerit in der Woche viel arbeiten muss putzt er heute seine Wohnung und hört dabei laut Musik. Aber nur so laut, dass sich die Nachbarn nicht gestört fühlen, dass muss ja nicht sein.
Das ist die Rettungswache in Ostercappeln. Die ist vom Roten Kreuz und da sind rund um die Uhr gut ausgebildete Leute, die helfen anderen in Not. Gut, dass es so etwas gibt. Und wenn in Schledehausen jemand Hilfe braucht, dann machen sich die Männer und Frauen gleich auf den Weg dahin - das ist toll, oder?
Gar nicht toll ist es, dass es Herrn Müller jetzt schon so schlecht geht, dass er nicht mal mehr Kartoffeln schälen kann. Er liegt jetzt nämlich auf dem kalten Fußboden und spricht nicht mehr. Nicht mal mit seiner Frau, die hat ihn gerade gefunden. Weil Frau Müller schlau ist wählt sie die 112, denn das weiß ja jedes Kind, dass im Notfall die 112 gewählt wird.
Dies hier ist ein großes Haus in Nahne. Und da drin arbeiten die Mitarbeiter vom Landkreis Osnabrück. Einige sogar nachts und am Wochenende und Weihnachten. Die sitzen ganz oben rechts in dem Fenster, direkt unter dem Dach. Dort ist die Rettungsleitstelle. Die haben da ein Telefon, das klingelt immer dann, wenn im Landkreis Osnabrück einer schnell Hilfe braucht und die 112 wählt. So wie jetzt gerade, weil Frau Müller hat ja gerade hier angerufen um Hilfe für ihren kranken Mann zu holen.
Die Leute hier hin Nahne, die wollen immer nur fünf Sachen wissen, das kann man sich eigentlich ja ganz gut merken. Und wenn dann noch was fehlt, dann Fragen die einfach nach, immer nett und sehr professionell. Was die wissen wollen, das lernen die Kinder sogar schon im Kindergarten und das geht so:
  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte?
  • Welche Art von Verletzungen?
  • Warten auf Rückfragen!
Ganz einfache Fragen, oder? Denkt Frau Müller auch und beantwortet alle ganz schnell, weils halt so einfach geht. Und damit nichts Wichtiges vergessen wird, da bleibt Frau Müller einfach so lange am Telefon, bis der Onkel sagt, dass jetzt alles klar ist. Ist echt Kinderleicht, so ein Notruf.
Jetzt passieren gleich mehrere Sachen auf einmal, und damit nix wichtiges vergessen wird, jetzt mal schön der Reihe nach, auch wenns eigentlich gleichzeitig ist. Der Mann, der eben noch mit Frau Müller telefoniert hat, der ist sich sicher, dass Herr Müller dringend medizinische Hilfe braucht.
Darum schickt er den Notarzt und den Rettungswagen aus Ostercappeln los. Und weil die gerade keinen anderen Einsatz haben, ist das auch kein Problem. Sonst gibt es auch noch auf dem Harderberg, in Melle oder in anderen Orten einen Notarzt und einen Rettungswagen. Und weil es jetzt echt auf jede Sekunde ankommt, da fährt der Notarzt schon mit einem Mitarbeiter vom Rettungsdienst mit einem kleinen, schnellen Auto vor. Natürlich mit Blaulicht, damit jeder sieht: Hier muss es schnell gehen, jemand braucht Hilfe. Also schön Platz machen, dann freuen sich alle - besonders der Herr Müller.
Und genau zur selben Zeit in Schledehausen bekommen Katrin und Gerit auch einen Nachricht von dem Onkel aus der Rettungsleitstelle. Das geht Ruckzuck. Der weiß nämlich, dass die beiden in Schledehausen wohnen und im Roten Kreuz sind. Und die beide wissen jetzt, dass es Herrn Müller nicht gut geht und dass der Notarzt auch schon unterwegs ist. Nur - der braucht noch einen Moment bis nach Schledehausen. Das ist einfach so und lässt sich auch nicht ändern. Frau Müller muss aber trotzdem nicht so lange auf Hilfe warten, weil Katrin und Gerit, die fahren auch gleich zu ihr hin und sind natürlich viel schneller da als der Notarzt, denn die beiden wohnen ja in Schledehausen. Die haben zwar kein Blaulicht und nur ihr normales Auto, aber der Weg ist halt nicht so weit. Da freut sich Frau Müller, weil so schnell jemand da ist, der ihrem Mann hilft. Naklar, Gerit und Katrin sind ja keine Ärzte und dürfen keine Medikamente geben und so - aber Herrn Müller helfen können sie trotzdem, schließlich sind sie in ihrer Freizeit im Roten Kreuz ausgebildet worden und haben ein Tasche in ihrem Auto, mit der auch schon so viel geholfen werden kann, wie Leute, die kein Arzt sind, eben so helfen können.
Jetzt klingeln sie bei Frau Müller und die macht auch gleich die Tür auf. Herr Müller liegt immer noch in der Küche auf dem Fußboden und sagt keinen Mucks, und weil man nicht direkt zusieht, wenn Leute Hilfe und einen Arzt brauchen, gucken wir hier weg und lassen die beiden jetzt ihre Arbeit machen.
Was die jetzt drinnen machen, das können wir hier mal an einer Puppe zeigen, nur damit man es sich vorstellen kann. Der Gerit hat so ein Gerät mitgebracht, das ist auch öfter mal im Fernsehen. Viele Leute denken, dass ist ein Zauberapparat oder so, ist es aber gar nicht. Der kann eigentlich nix, nur reden, so Sachen ganz ganz genau prüfen, und kann Strom durch eine Leitung schicken, wenn man auf einen Knopf drückt. So, also würde man das Licht anstellen. Mehr kann das Gerät auch nicht. Gerit jedenfalls hat gleich festgestellt, dass das Herz hier von der Puppe nicht mehr schlägt.
Darum schaltet er jetzt das Gerät an, und das guckt noch mal ganz genau nach, ob denn das Herz wirklich gar nicht mehr schlägt oder doch noch ein bisschen, was man aber von draußen nicht sehen kann. In der Zeit können Gerit und Katrin schon aus der Tasche ihre Sachen rausräumen, was sie halt so brauche. Das Gerät sagt jetzt, was zu tun ist, und so machen die beiden das jetzt auch an der Puppe. Sieht zwar schlimm aus, ist es aber nicht.
Aber zurück zu Herrn Müller. Ob die beiden das Gerät hier auch gebraucht haben, das wissen wir natürlich nicht. Vielleicht hat Herrn Müller auch was ganz anderes gefehlt. Jetzt ist der Notarzt in dem kleinen, schnellen Auto angekommen. Und nun kann der Herr Müller also auch Medikamente und so bekommen, damit es ihm bald wieder besser geht. Gut, dass Katrin und Gerit zwischendurch da waren, sonst hätte Frau Müller echt die ganze Zeit warten müssen. Und warten müssen ist ganz furchtbar, besonders wenn der Ehemann Hilfe braucht. Auch der Rettungswagen fährt jetzt vor, der Herrn Müller gleich ins Krankenhaus bringen wird. Wir gucken wieder weg, denn wir möchten ja in so einer Situation auch nicht begafft werden. Also, wenn der Rettungsdienst da ist, einfach weitergehen!
Katrin und Gerit die erzählen dem Notarzt noch schnell, was passiert ist und was die beiden gemacht haben und gehen dann wieder. Denn die vom Rettungsdienst machen das ja als Beruf, so Menschen helfen, und verdienen damit ihr Geld. Katrin fährt jetzt wieder nach Hause, denn die Hausaufgaben hat sie noch nicht fertig. Und Gerit muss noch die Fenster putzen, macht er aber ganz gerne, wenn die Musik läuft. Im Treppenhaus wird Gerit gefragt, ob er einen Einsatz hatte (denn er ist vorhin die Treppe runtergelaufen - das macht er nur wenn er einen Einsatz hat, damit es schnell geht). Gerit sagt aber nix - denn das ist bei ihm genauso wie beim Arzt, dass man nicht darüber reden darf, was andere Menschen für Krankheiten haben. Daran halten sich alle, und das ist auch gut so. Findet auch Herr Müller, der ja nicht möchte, dass über ihn gesprochen wird.
Herrn Müller geht es heute übrigens schon wieder gut. Und bezahlt hat er auch nichts - denn der Rettungsdienst bekommt das Geld von der Krankenkasse vom Herrn Müller und Gerit und Katrin bekommen gar kein Geld, sondern machen das so. Das ist nett von den beiden und praktisch gewesen für die Müllers.

Häufig gestellte Fragen
zum Projekt Sanitäter vor Ort

  • Wie alarmiert man die "Sanitäter vor Ort"?
    Rufen Sie die Notrufnummer 112 an! Die Rettungsleitstelle alarmiert automatisch den Rettungsdienst und die "Sanitäter vor Ort", die eine SMS mit dem Einsatzort auf ihr Handy erhalten. Sie fahren dann mit ihrem Privat PKW zum Einsatzort und leisten Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

  • Kommt immer ein Sanitäter?
    Da alle "Sanitäter vor Ort" ehrenamtlich tätig sind, ist leider nicht sichergestellt, dass bei jedem Notfall ein Sanitäter den Einsatz übernehmen kann. Der Rettungsdienst ist aber auf jeden Fall nach ca. 11 Minuten bei Ihnen.

  • Gibt es woanders auch "Sanitäter vor Ort"?
    In anderen Gemeinden gibt es teilweise auch schon "Sanitäter vor Ort". Fragen Sie doch Ihren DRK-Ortsverein.

  • Was kostet der Einsatz der "Sanitäter vor Ort"?
    Für den Patienten entstehen keine Kosten. Das Projekt wird ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge der DRK Ortsvereine finanziert.

  • Kann sich jeder ehrenamtlich als "Sanitäter vor Ort" in der Gemeinde Bissendorf engagieren?
    Grundsätzlich ja, Sie müssen in der Gemeinde Bissendorf wohnen, mindestens 18 Jahre alt sein, ein Fahrzeug zur Verfügung haben, und bereit sein, sich vom DRK kostenlos ausbilden zu lassen. Zu der Ausbildung gehört eine Sanitätsausbildung, ein Praktikum beim Rettungsdienst, sowie ein Seminar "Sanitäter vor Ort". Insgesamt dauert die Ausbildung ca. 15 Tage (meistens am Wochenende).

  • Kann ich das Projekt auch unterstützen, ohne Zeit investieren zu müssen?
    Ja, auch wenn alle "Sanitäter vor Ort" ehrenamtlich tätig sind, kostet deren Ausbildung und Ausrüstung viel Geld. Das Projekt wird ausschließlich von den DRK Ortsvereinen finanziert. Weder der Betroffene selbst, noch seine Krankenkasse kommen für die Kosten auf. Mit einer Spende helfen Sie uns, das Projekt "Sanitäter vor Ort" auch weiterhein für die Bissendorfer Bürger durchführen zu können.

  • Haben Sie noch weitere Fragen oder Interesse das Projekt "Sanitäter vor Ort" zu unterstützen?
    Bitte sprechen Sie uns an, wir beantworten Ihre Fragen gerne.

 

Sanitäter vor Ort in Schledehausen

Heiko Düsing
Gerit Höhle
Ute Rodewald
Andreas Rüsse
Eckhard Schmedt
Katrin Schwager
 
Christian Wächter
 

Sanitäter vor Ort in Bissendorf

Dr. Tobias Hoge
Christoph Riehemann
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